Nussmilch selbst herstellen

Vor einigen Jahren bin ich das erste Mal auf pflanzliche Milch aufmerksam geworden. Damals war es noch etwas befremdlich meinen Kaffee nicht wie gewohnt mit Kuhmilch zu genießen, der Geschmack der Sojabohne war sehr intensiv und charakteristisch. Mit der Zeit gewöhnten sich meine Geschmacksnerven daran, sodass ich mir die Zubereitung eines leckeren Getränks ohne diese pflanzliche Alternative gar nicht mehr vorstellen konnte.

Mit der Zeit probierte ich auch immer mal wieder andere Sorten aus, wie z.B. Hafermilch, Reismilch, Mandelmilch, Kokosmilch oder andere leckere Varianten, die es mittlerweile ja in jedem kleineren Supermarkt sogar schon zu kaufen gibt.
Immer wieder wurden die Stimmen laut und es hieß, dass in der Sojamilch eigentlich kaum Sojabohnen zu finden und auch viel zu viele Emulgatoren und sonstige Zutaten enthalten sind. Aber wenn es doch „Sojamilch“ heißt – wo liegt denn dann der Fehler?

An dieser Stelle eine kleine Anmerkung: sämtliche pflanzliche „Milch-Getränke“ dürfen sich offiziell nicht „Milch“ nennen, somit ist der Begriff „Soyamilch“ zwar ziemlich geläufig, jedoch gesetzlich nicht zulässig, da der Begriff „Milch“ geschützt ist und sich nur auf z.B. Kuhmilch, Schafsmilch o.ä. Erzeugnisse bezieht. Daher steht auf den pflanzlichen „Milch-„Alternativen auch nur „Drink“, also Soja-Drink oder Reis-Drink.

Die pflanzlichen Milch-Alternativen sind jedoch recht teuer und wenn man sich die Zutatenliste anschaut, wird einem bewusst, dass es wirklich nur bedingt eine „Alternative“ ist. Es gibt gute pflanzliche Milch-Drinks, die ausschließlich auf Basis von Wasser plus z.B. Soya hergestellt und angeboten werden. Doch in der Regel sind diese Produkte vollgestopft mit Emulgatoren, Säureregulatoren, künstlichen Vitaminen, Stabilisatoren und gelegentlich sogar Zucker. Hierbei ist nicht mal der Preis ausschlagggebend. Es lohnt sich daher ein Blick auf die Rückseite der Verpackung, wenn man es eilig hat und auf eine fertige pflanzliche „Milch“ zurückgreifen muss.

Und dann kommen wir zu der berechtigten Frage – Was ist jetzt die Alternative zu der Alternative? Und es gibt eine einfache Antwort: ja!

Für ca. 1 Liter pflanzliche „Nussmilch“ braucht man ca. 150 g Nüsse, 1 großen Behälter, 1 Mixer, 1 Nussfilter und Wasser, mehr nicht! 🙂

Ich habe es bisher mit Cashews und Erdnüssen ausprobiert, sämtliche andere Nusssorten und Mandeln sind natürlich auch geeignet. Dazu kann man auch pflanzliche Milchdrinks auf Basis von bspw. Buchweizen, Hafer, Reis und noch vielem mehr herstellen!

Heute möchte ich jedoch eine klassische Anleitung für Cashewmilch mit euch teilen!

Du brauchst:

  • 150g Cashews

Die Nüsse werden am besten über Nacht, mindestens aber für 2-3 h in einer großen Schüssel in Wasser eingeweicht. Anschließend wird das (verunreinigte) Wasser abgegossen, die Nüsse kurz gespült und anschließend die eingeweichten Nüsse mit ca. 1 Liter frischem, gefiltertem Wasser in den Mixer gegeben. Einige Minuten mixen, bis das Wasser sich milchig weiß färbt. Wer keinen Standmixer hat, kann alternativ auch die Nüsse + das gefilterte Wasser in ein hohes Gefäß geben und alles mit dem Stabmixer pürieren. Die Cashews sind so weich, dass man hierfür nicht mal einen Mixer mit viel Power benötigt. Danach den Nussfilter über ein großes Gefäß stülpen, Nuss-Wasser-Mischung durch den Filter gießen und zuletzt die Reste in dem Filter auswringen. Die Nussreste, auch Zeste genannt, können sehr gut in einem Müsli weiterverarbeitet werden, da sie eine cremige Basis darstellen.

Immer wieder habe ich gelesen, dass manche die Nussmilch herstellen, indem sie (eingeweichte) Cashews mit 1 Liter gefiltertem Wasser mixen und anschließend direkt so weiterverwenden, ohne sie zu filtern. Das funktioniert auf jeden Fall auch – man sollten nur bedenken, dass dann in der Milch kleine grießartige Stückchen verbleiben, die in einem Müsli oder Porridge auf keinen Fall stören, in einem Tee oder Kaffee ist es jedoch vielleicht nicht ganz so angenehm.

Die Nussmilch ist dann für ca. 5-7 Tage in einem luftdichten Gefäß im Kühlschrank haltbar. Ich habe hierfür ein Glasgefäß, welches sich mit einem Deckel mit Klick-Verschluss schließen lässt. Als Richtlinie: Wenn die „Milch“ seltsam riecht, dann sollte man sie nicht mehr verwenden 🙂

Wenn es mal ganz schnell gehen muss, eine noch schnellere Alternative: Wenn man Reismilch herstellen will, reicht es 1 Liter Wasser mit ca. 1 Tasse gekochtem Reis durchzumixen, um alles zusammen anschließend zu filtern.

Falls ihr keinen Nussfilter habt, könnt ihr alternativ auch eine abschnittene Feinstrumpfhose benutzen oder, und das soll auch funktionieren, einen Waschbeutel aus der Drogerie. Wichtig ist, dass der Filter feingewebt ist und die Nussstückchen so nicht in die fertige „Milch“ gelangen. Ein Nussfilter ist i.d.R. bei 30° C waschbar, trocknet super schnell und ist somit immer super schnell wieder verwendbar. Ich wasche ihn regelmäßig auch nur mal im Waschbecken mit warmen Wasser aus, das funktioniert genauso gut. Da er nur wenige Euro kostet, ist es eine super Investition für die Herstellung von pflanzlichen Milch-Alternativen.

Nachsatz: Mittlerweile trinke ich eigentlich keinen Kaffee mehr, sondern bin viel mehr den Kaffee-Alternativen verfallen. Ich liebe Lupinenkaffee, der dem Geschmack von normalem Kaffee sehr nahe kommt, jedoch viel gesünder und auch koffeinfrei sowie glutenfrei ist! Auch ist ein wunderbarer Chai-Tee oder ein Kurkuma-Latte ergänzt durch die leckere, selbst hergestellte Nussmilch, ein wunderbarer Genuss!